Gutshaus Landsdorf

von Liebling Mecklenburg , 18. August 2014 , Vorpommern

In einem kleinen Ort in Nordvorpommern, etwa eine halbe Stunde von der Küste entfernt, befindet sich das Gutshaus Landsdorf. Im Jahr 2001 hat Familie Schäfer den Gutshof nach wechselvoller Geschichte übernommen und das neoklassizistische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert samt Nebengebäuden und dem 7ha großen Park umfangreich saniert. Mittlerweile ist das denkmalgeschützte Ensemble zu einem wahren Familienprojekt und auch für die nächste Generation der Schäfers zum neuen Zuhause geworden. Die beiden zwischen 1862 und 1905 entstandenen Flügel des Hauptgebäudes beherbergen die Wohnräume der Familie, einen großzügigen Festsaal sowie vier Ferienwohnungen für interessierte Gäste, die die Liebe zu Natur, Kunst und Kultur mit den Schäfers teilen. Die Apartments sind modern und mit zeitgenössischen Möbeln, Kunstobjekten sowie Accessoires des eigenen Labels °es eingerichtet und bieten herrliche Ausblicke in Garten, Park und Wald. Gutshaus Landsdorf bietet sich als Urlaubsziel für Familien mit Kindern ebenso an wie für Einzelreisende, die abseits üblicher Touristenrouten Entspannung suchen. Durch die günstige Lage lassen sich von Landsdorf aus viele Tagestouren in die Umgebung starten – in die Hansestädte Stralsund, Rostock, Greifwald  und Wismar, auf die Inseln Rügen und Hiddensee, in das älteste Seebad Deutschlands nach Heiligendamm oder mit dem Rad durch die abwechslungsreiche Landschaft rund um Landsdorf. Als Ort der Kultur finden auf dem Gutsgelände mehrmals im Jahr Lesungen oder Konzerte der Festspiele Mecklenburg – Vorpommern statt.

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Herr Schäfer, wie haben Sie das Haus entdeckt und was hat Sie daran besonders fasziniert?

2001 sind meine Eltern vor dem rheinischen Karnevals-Trubel ins ruhige Mecklenburg-Vorpommern geflüchtet. Auf dieser Reise haben sie Landsdorf entdeckt und waren auf Anhieb von dem Ensemble begeistert. Die Idee diesen, zum damaligen Zeitpunkt völlig verwahrlosten, Ort wieder herzustellen und einen Raum gefunden zu haben, an dem sich die Liebe zur Kunst, Architektur und Gartenarbeit vereinen ließe, hat sie fasziniert. Hinter der heruntergekommenen Fassade, den verbauten Innenräumen und dem verwilderten Park eröffnete sich meinen Eltern die Chance, ihren Traum umzusetzen, zum Ende des beruflichen Lebens etwas Neues anzugehen.

Seit wann sind Sie selbst hier zuhause und wie kam es dazu?

Der Wunsch, das Gutshaus auf lange Sicht zu halten, hat 2011 dazu geführt, dass wir als junge Familie nachgezogen sind. Wir wollten das Projekt Landsdorf in die nächste Generation führen und den Ort gleichzeitig für andere Menschen zugänglich machen, die unsere Begeisterung teilen. So sind die vier Ferienwohnungen entstanden.

Sie betreiben unter dem Namen °es ein eigenes Label für Wohnaccessoires. Welche Rolle spielen Kunst und Design bei der Gestaltung der Ferienwohnungen?

Natürlich eine ganz persönliche. Wenn man von Haus aus Gestalter ist, möchte man sich natürlich auch in dem widerspiegeln, womit man sich umgibt. Es gibt nichts Schlimmeres, als seinen Urlaub in unpersönlich eingerichteten Räumen zu verbringen. Ich selbst möchte in meinen Ferien auch nicht schlechter wohnen als daheim.

Was macht das Haus zu einem besonderen Urlaubsort?

Unsere eigenen Entwürfe geben den Räumen zusammen mit den Werken moderner Kunst einen einzigartigen Charakter. Gleichzeitig ist das Gefühl, den Ort zu erleben und den 7ha großen Park fast für sich allein zu haben etwas sehr Besonderes. Landsdorf ist ein idealer Ausgangspunkt, um ganz Mecklenburg-Vorpommern zu bereisen. Nicht nur der Strand der Ostsee und die Hansestädte haben viel zu bieten – auch das Hinterland mit seinen kleinen Dörfern, den wunderschönen Backsteinkirchen, Gutshäusern, Wäldern und Feldern ist sehr reizvoll.

Was hat es mit den sogenannten Landsdorfer Weckgläsern auf sich?

Der eigene Küchen- und Obstgarten hat uns zu der Idee inspiriert, unseren Gästen von uns Eingekochtes anzubieten. Menschen wecken seit Jahrzehnten ein, um saisonale Lebensmittel zu konservieren. Es hat uns gereizt, dieses traditionelle Verfahren zu erproben – umso mehr, als wir erfahren haben, dass das Einwecken zu DDR-Zeiten vor Ort durchaus üblich war. Die Landsdorfer Weckgläser enthalten selbstgemachte Marmeladen, Pesto, eingelegte Zucchini, Apfelsaft oder Most. Dazu kommen verschiedene Ragouts oder Tomatensauce für eine schnelle Pasta.

Stehen weitere Projekte an?

Ja. Wir sind gerade dabei, den ehemaligen Speicher zur Event-Location umzubauen. Neben Konzerten der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern werden dort auch andere Veranstaltungen stattfinden. Die Räumlichkeiten werden z.B. auch für Seminare und Familienfeiern zur Verfügung stehen. Im angrenzenden Hühnerhaus planen wir gemeinsame Koch-Abende für unsere Gäste. Und in dem sanierten Trafohaus entsteht die kleinste Kunsthalle der Welt. Wir freuen uns, das Projekt Landsdorf so weiterzuentwickeln.

Ihr Tipp für den Mecklenburg-Vorpommern-Urlaub?

Wir leben nun seit mehr als drei Jahren hier. In dieser Zeit sind wir mehr und mehr zu der Überzeugung gelangt, dass nicht nur der Sommer eine Reise wert ist. Jede Jahreszeit hat ihren eigenen Reiz. Hier haben wir das Gefühl, Frühling, Sommer, Herbst und Winter wirklich zu erleben!

Fotos: Thomas von der Heiden
Interview: Katrin Gewecke

Kontakt:
Gutshaus Landsdorf
Stefania und David Schäfer
Dorfstraße 63
18465 Landsdorf

Mehr Informationen unter: http://gutshaus-landsdorf.de/

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